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Mai 2004

Andre Sokolowski

www.andre-sokolowski.de

 

Von Mone Hartman

Theaterstücke mag ich am liebsten auf der Bühne, umgesetzt in ein Spiel, zum AnSchauen, ein SchauSpiel, so oder ähnlich - dass ich ein Theaterstück lese, ohne den konkreten Besuch einer Aufführung desselben geplant zu haben, ist eher selten: "Die Vorhaut des Königs", jüngstes Werk des bei Berlin lebenden Theater- und Hörstückeschreibers Andre Sokolowski, ist eine seltene Ausnahme. Seitdem warte ich gespannt auf die Möglichkeit, die Aufführung dieses - oder eines anderen- Sokolewski-Stücks auf der Bühne erleben zu können, und bin mir sicher, dass es zahlreichen Theaterfreunden ähnlich ergehen wird: Deshalb hier meine Empfehlung der "Texte für's Theater", zu finden auf der Website von Andre Sokolowski...

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August 2003

Roman Graf, Autor
www.romangraf.ch

Roman Graf

 

Roman Graf ist ein junger Schriftsteller aus der Schweiz, Vertreter einer "neuen Ernsthaftigkeit", so schrieb die NZZ. Im Zeitalter von Popliteratur und Spaßkultur fällt er durch den stillen Ernst zahlreicher seiner Texte angenehm auf; besonders schön: dass dieser Ernst nicht "schwer" bis "unverdaulich" daherkommt- eher sogenannten 'leichten Fußes'.

Er ist Mitbegründer und Mitglied der "Gruppe 02", die sich für engagierte, junge Schweizer Literatur stark macht: "Jung gleich Fun gleich schnelle Schreibe- eine Schubladisierung, die längst nicht allen jungen Wortschaffenden gerecht wird", heißt es in der Selbstbeschreibung. Roman Graf veröffentlicht Lyrik und Erzählungen in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und war Preisträger bei verschiedenen Wettbewerben.

Beim Landen auf der Website www.romangraf.ch dachte ich zunächst, mein Browser hätte die Seite nicht korrekt geladen: Schwarzer Hintergrund, nur ein einziges Wort ist zu sehen, klein und weiß: "Roman". Ein Blick in den Quelltext sagt mir: Nö, mehr steht hier wirklich nicht. "Roman" ist immerhin ein Link und bringt mich ins Innere der Website. 'Spartanisch' ist das Wort, das den Stil der Seite meiner Meinung nach treffend wiedergibt; schlicht & schön, keine Schnörkel, sehr funktional. Inhaltlich bieten sich Textproben zum Lesen und Hören, Hinweise auf Lesungen, Kritiker-Meinungen und biographische Angaben. Die Texte: Lyrik und Prosa. Mir gefällt besonders die Sprache dieses jungen Schweizers: Er beherrscht nicht nur sein Handwerk, sondern hat auch den Weg zu einem eigenen Ausdruck gefunden: Sehr klar, knapp und ohne Schnörkel. Graf schafft es, mit seinen Texten -in denen vielfach die 'Liebe' thematisiert wird- Stimmung zu erzeugen, den Leser gefangenzunehmen - und nach dem Lesen "bleibt etwas".

Wer sich einen eigenen Eindruck verschaffen möchte, findet Texte von Roman Graf auf:

http://www.romangraf.ch 
http://gruppe02.ch/ 
http://story.ch/ 

Interview mit Roman Graf im Berliner Zimmer

(Mone Hartman)

Februar 2003

Kopffüssler Produktionen 
www.kopffuessler-
produktionen.de

Surftipp

Gesprächsstoff und Klospülungen 
Mirco Buchwitz und das Albert Siebener Ensemble 

Die Assoziationswege des Hirns sind nicht unbedingt nachvollziehbar: "Mirko Buchwitz und das Albert-Siebener-Ensemble", seit geraumer Zeit besuche ich -mehr oder weniger- regelmäßig diesen Ort in der WeltWeitenWirrnis, und seither denke ich bei "Albert-Siebener-Ensemble" als erstes an  Blasmusik, Ernst Mosch und seine Egerländer, so oder ähnlich - dabei ist diese Assoziation völliger Schwachsinn: Mirko Buchwitz und sein Ensemble, das ist - ... "Kabarett? Comedy? Literatur?", so lautet auf der Website eingangs die Frage, gefolgt von der Aufforderung: "Finden Sie es heraus!". 

Ich habe herausgefunden: Wie immer man Buchwitz' Arbeiten verschubladen mag, sie sind vor allem: Lebendig, vielseitig, eigen. "Buchwitz muss gehört oder gesehen werden!", dieser Imperativ ist denjenigen Texten vorangestellt, die man auf der Präsentationsplattform "Kopffüssler Produktionen" lesend konsumieren kann; das Meiste findet man in MP3-Form vor: Spoken Words ... in 'Begleitung' eben jenes bereits erwähnten "Ensembles", wobei Buchwitz zum einen er selbst ist, zum anderen auch das Ensemble verkörpert - "eine polyphrene Persönlichkeit"... ;-) 

Was der 27-jährige Hannoveraner anstrebt, ist eine Mischung aus Kabarett, Standup Comedy und literarischem Vortrag; was er dabei vermeiden will, ist Langeweile, Staub und Geistlosigkeit - das Vorhaben gelingt ihm, und neugierig wird man schon durch die Überschriften seiner Texte, etwa "Ein stiller Kuss Flussabwärts", "Am Morgen Des Prämenstruellen Syndroms", oder auch "Neulich Im Supermarkt - Das Gemüse", um nur wenige Beispiele zu nennen. Inhaltlich geht es zumeist um den Bereich des sogenannten ‚Zwischenmenschlichen'; ein ewiges Thema, das bei Buchwitz neu belebt wird durch den deutlich ‚eigenen' Blick, den er darauf wirft. Das Stück "9xklug - Die SuperSat Quiz Show" übrigens machte 2002 den 2. Platz beim Hörspielwettbewerb der Berliner Akademie der Künste. (Alle Stücke auch auf CD's erhältlich). 

Neben der "Buchwitz-Sektion" gibt es das "Magazin", u.a. mit Texten einiger ausgewählter AutorInnen wie Kersten Flenter oder Marjana Gaponenko (einige Texte sind von Buchwitz vertont), außerdem dort: Monatliche Kolumnen. Wer ein wenig stöbert, stößt irgendwann auch auf "Dr. Gras" und seine fein bebilderten Artikel mit "Tipps zum Vogelfutteranbau"... ;-) 

Unbedingt erwähnenswert: "The Marla Singer Experience", ein interessantes Textprojekt. Das Ganze beginnt mit einer Kontaktanzeige, die ein betrunkener "Tyler" ins Netz stellt: "Poppen? Nicht nur auf Samt, sondern auch mal auf Speed?", und er erhält eine Antwort via E-Mail, von einer Marla, und er antwortet nun wiederum dieser Marla, teils in öffentlichen Foren, teils komponiert er für sie, und der Leser kann dieser Entwicklung (oder Ver-wicklung) lesend und hörend folgen. "Steigen Sie ein?", wird man gefragt, "Jeder kann eine Marla sein. Jeder ein Jack. Das Netz ist irre. [...] Was Sie tun müssen? Schreiben Sie, bis niemand mehr weiß, wer wer ist! Das Netz ist irre".

Mirco Buchwitz und das Albert-Siebener-Ensemble: Den LeserInnen des Berliner Zimmers hiermit wärmstens ans Herz gelegt.

(Mone Hartman)

 

November 2002

Die Schwimmmeisterin 
www.schwimmmeisterin.de

wpe1.gif (24102 Byte)

Hier geht der Leser baden

Über den blauen Kacheln des Schwimmbeckens bewegen sich die Wellen; rote, gelbe und grüne Badekappen, Farbflecken über dem Grund, treiben vorüber, nur beobachtet von der Schwimmmeisterin und ihrem Praktikanten ...

Leser von Internet-Literatur beginnen mit diesen Eindrücken die Annäherung an den im wahrsten Sinne des Wortes „ausufernden“ Text „Die Schwimmmeisterin“ von Susanne Berkenheger, die in der Hyperfiction-Szene keine Unbekannte ist. Ihr Erfolgstext „Zeit für die Bombe“ sicherte ihr schon große Aufmerksamkeit in der deutschsprachigen Internet-Literatur – und nun ist ihr nächstes großes Werk online zu lesen (http://www.schwimmmeisterin.de). Ihre Handschrift ist unverkennbar: Der Leser leitet sich selbst durch den Text, große und kleine, zumeist bunte Fenster tun sich auf, bieten dem Leser mit ihren Links Wege durch den Text an, nicht ohne die Auswahl dann und wann zu kommentieren, konterkarieren oder korrigieren. Manchmal erscheint der Lesevorgang wie ein Spiel, bei dem man keine Angst haben muß, zu verlieren („Was verbirgt sich wohl hinter diesem Link?“), an anderen Stellen gerät man fast in Streß, wenn man mit all den Pop-ups Schritt halten will. Nur vor der Nässe braucht man keine Angst zu haben, alles bleibt trocken im Monitor. Und doch ist bei all dem die Lektüre nicht gerade simpel: Es wird nicht zuviel verraten, wenn ich sage, daß der Leser in die Rolle des Praktikanten schlüpft, der die Schwimmmeisterin bei ihrer Arbeit begleitet. Doch als sich der „hai“ einschleicht (eine gelungene Simulation, bei der der User hilflos mitansehen muß, wie sich ein „Virus“ namens hai75 herunterlädt), beginnt die Überwachung des Schwimmbeckens etwas außer Kontrolle zu geraten... Dazu verwirren noch die sexuellen Reize der Badenixe...

Man kann jetzt schon die Stimmen derjenigen hören, die dem Text Banalität vorwerfen, und es ist durchaus wahr, daß das manchmal etwas ratlose Herumklicken nicht mit der ernsten, seriösen Lektüre eines linearen Textes (auch am Bildschirm) zu vergleichen ist. Aber gerade dieser Vergleich hieße, einen Baggersee mit einem Erlebnis-Bad zusammenzubringen: Berkenhegers Schwimmmeisterin-Text spielt mit dem Zwang und den Freiheiten des Lesers, läßt ihn eine Geschichte erforschen und ihn Spaß haben an animiertem Text im www. Insofern ist der Text gelungen, und jeder ist eingeladen, sich einmal (oder noch besser: mehrmals) ins kalte Wasser zu stürzen.

(Jörn Pinnow)

September 2002

Salbader
salbader.prenzl.net

Salbader

"Salbader Belehrung & Erbauung" nennt sich das sehens- und lesenswerte Magazin aus Berlin. Literatur kann doch Spaß machen! Alle Ausgaben sind jetzt komplett im Online-Archiv verfügbar, inklusive Illustrationen, z.B. von Tom. Da vergisst man glatt die Telefon-Rechnung! Statt vieler Worte zu verlieren empfehlen wir: gleich mal reinlesen.

(Sabrina Ortmann)

Juni 2002

Lyrikon
www.lyrikon.de

Wenn es der Deutschunterricht nicht schaffte, einem Gedichte suspekt zu machen, dann schafft es das Internet mit Sicherheit. Im www gute, neue Lyrik zu erstöbern ist trotz kurzer Linkbesprechungen komplizierter als der Kauf mancher Kleidungsstücke. Wer jedoch Maßgeschneidertes für gewisse blaue Stunden sucht, dem sei die Lyrik-Homepage lyrikon.de von Frank Reinhard wärmstens empfohlen. 

Schon das schlichte orange-braun gehaltene Design ist eine Wohltat für die reizmüden Augen. Wer die beim Lesen schonen möchte, der kann den MP-3-Button anklicken und der eindringlich sanften Stimme des 31-jährigen Reinhard lauschen. Vom Rezitieren versteht der in Freiburg aufgewachsene Mann nämlich genauso viel wie vom Dichten. Einiges ist in Französisch verfasst und vieles in Versen, die zum Glück selten den Umfang eines Sonetts sprengen. Thematisch kommen die Gedichte konventionell daher, was nicht das Schlechteste ist, wenn Stimmung und Handwerk wie von Frank Reinhard beherrscht werden. Und die Stimmung, die wie ein Celloton zwischen den Zeilen streicht, ist melancholisch, allerdings ohne Larmoyanz und große Gesten. Selbst Frühlingshaftes wirkt bei ihm immer auch herbstlich. Da sind wehmütige Rückblicke und Ahnungen, Fragen, die das kommende Gehende betreffen. Und da sind Titel wie "Herbst", "Abschied" und "Was kommen wird", die schlicht und vertraut klingen, hinter denen sich das Bekannte jedoch immer wieder als etwas Neues entpuppt. 

Das Studium der Natur- und Sprachwissenschaft merkt man dem Dichter an. Eine Feststellung, kein Vorwurf. Dadurch vermag er es, das Unsagbare auf den Punkt zu bringen. Aber um das Unsagbare überhaupt erst mit Leben zu erfüllen, bedarf es mehr als das Studium der Poetologie, nämlich Talent. Und das zeigt sich bei Frank Reinhard nicht nur bezüglich der Dichtkunst: Er ist vielseitiger. Unter dem Menü-Punkt "Kleine Schriften" lassen sich literaturtheoretische Aufsätze wie zu Rilkes "Panther" nachlesen, er schreibt Prosa, hat Bücher veröffentlicht und leitete von 1988 - 1991 in Freiburg eine Theatergruppe. Als wäre das nicht schon allerhand, bietet er sogar seine Dienste als Lektor an. Nicht umsonst also hat er im Oktober 2000 für seine Seite den "Hohen Parnass" verliehen bekommen. 

Mit dem Blick für das Wesentliche sind auch Grafiken und Aquarelle junger Künstler sparsam in die Homepage eingefügt. Ihnen haftet ein Hang zum Romantischen an, womit sie das Poetische nicht kontrastieren, sondern auf angenehme Weise unterstreichen. Nachzulesen sind weiterhin "Gasttexte" und eigene "Texte zu Bildern", allesamt Porträts. Mehr kann man sich von einer Lyrikseite wohl nicht wünschen.

(Frank Unfug)

 

September 2001

Philotast
www.philotast.de

Philotast

Anfang September 2001 erscheint die neue Ausgabe des "Philotast". Zum dritten Mal veröffentlicht das Online-Magazin Texte, Bilder und Töne. Die Redaktion stellt alle vier Monate einen neuen Themenschwerpunkt vor, mit Beiträgen von festen und freien Mitarbeitern. Die Herausgeber Patrick Keßler und Nicole Traut, Studenten aus Köln, nennen ihr Projekt "Magazin für Gesellschaft, Kunst und Literatur" und geben damit ihren Anspruch zu erkennen: Im "Philotast" sollen Formen des künstlerischen Ausdrucks erscheinen, die gesellschaftlich relevante Fragen zur Diskussion stellen. Die Texte und Bilder sollen Impulse zur Selbstreflexion geben. Anstelle von unterhaltendem Konsum wünschen sich die Herausgeber (re-)aktive Rezeption.

Jede der bisher erschienenen Ausgaben steht unter einem Motto wie "Tod", "Liebe" oder "Utopie". In den Rubriken "Literatur", "Geistiges", "Künste" und "Medien" setzen sich die Autoren mit dem jeweiligen Thema auseinander. In allen Sparten finden sich sowohl Primärtexte und Originalwerke als auch Rezensionen. Den Leser erwarten regional bedeutende Theaterkritiken ebenso wie international relevante Themen und Humorvolles, etwa den Comic-Helden des "Philotast", Thilo Fast.

Dem Redaktionsteam ist es gelungen, trotz der selbst gesteckten Themenenge, eine beeindruckende Vielfalt an Ausdrucksformen zu versammeln. So wenig originell die Schwerpunkte klingen, so überraschend unkonventionell ist die Mehrzahl der Texte. Die professionelle Gestaltung der Seiten sorgt dafür, dass der Aufenthalt auch sinnlich eine Bereicherung ist. Beim "Philotast" ist sogar, pars pro toto, die "Autoren"-Seite intelligent und optisch ansprechend gestaltet.

(Jörn Pinnow)

Juli 2001

Texteratur
www.texteratur.de

Texteratur

"Popliteratur + Internet = Pop + Literatur im Netz - Poetry und Prosa aus Bielefeld: Was ist schon wichtiger als Dein Walkman?"  - So liest der geneigte Surfer für wenige Momente, wenn er die Domain www.texteratur.de  ansteuert - und dann wird er geleitet zum Netzauftritt von "Texteratur". 

3 Menschen, männlich, aus dem ostwestfälischen Bielefeld (nach eigenen Angaben sind sie dort bereits "so etwas wie Country Eggs"), schreiben, was die "Köpfe hergeben", ohne sich dabei um diskursive Abhandlungen zu kümmern. Im Mittelpunkt des Interesses stehen bei Torsten, Henrik und Johannes "kurze Texte und Gedichte, die auf dem Weg zum Bus, auf den Straßen in der Stadt der beim Essen" entstehen.

Das klingt nach frischen, freien Texten, und genau das findet man auf dieser Website. Erfrischend auch die Tatsache, dass die drei Autoren je einen sehr eigenen Stil haben: Das sorgt für Abwechslung, auch wenn die drei mit "Texteratur" quasi eine "Corporate Identity" haben. Was die literarische Arbeit angeht, hat der Netzauftritt der Bielefelder einiges für sie in Gang gesetzt, wie zum Beispiel die Publikation einer Anthologie im Münchner Yedermann-Verlag, oder diverse Auftritte, etwa die "DJ-Lesungen"; nähere Infos hierzu hält die Website natürlich bereit. 

By the way, durch den Online-Auftritt der "Texteratur" lässt sich nicht nur userfreundlich navigieren, das gesamte technische Konzept der Site ist auf Sehbehinderten- bzw. Blindenfreundlichkeit ausgelegt, ein sicherlich lobenswerter Pluspunkt. Was den Inhalt der zahlreichen Texte angeht: Sie streifen unterschiedlichste, unterhaltsame Thematiken. Aber...: Selbst lesen. Das lohnt.

Ein ausführliches Interview mit den Machern von Texteratur lesen Sie hier.

(Mone Hartman)

Juni 2001

 Das Hanebüchlein www.hanebuechlein.de 

Das Hanebüchlein

"Geschichten mit Hängen und Würgen" kündigt das "Hanebüchlein" an - und bietet sie und vieles mehr. Ständig spürt man das Augenzwinkern der Autoren, das zu sagen scheint: "Habt soviel Spaß an den Texten wie wir, aber lasst uns nicht niveaulos werden!"

Die Verantwortlichen des Hanebüchleins legen wenig Wert auf Selbstdarstellung oder Finanzen, sie konzentrieren sich, der Leser nimmt es dankbar war, auf Texte und Themen. Seit Mitte 2000 schreiben und gestalten sie gemeinsam ihre Internetseite aus Lust an frechen Formulierungen mit satirischem Unterton, ohne auf Genregrenzen Rücksicht zu nehmen. Im "Magazin" etwa finden literarisch-fiktionale Texte (epische und lyrische), aber auch Fortsetzungsgeschichten ("Harry Pötter") und Kritiken ihren Platz, und der Chef des Ganzen, Commodore Nutt, hat seine Kolumne und spricht Ex cathedra, z.B. über Zensur bei Comics.

Der "Service", die zweite Hauptrubrik, umfasst das, was man so gerne Lifestyle nennt, ohne dabei das Literarische zu verlassen, das auch auf dieser Seite des Hanebüchleins an erster Stelle steht. Texte rund ums Essen ("Plat du jour"), eine Seite für die Dame (weibliche Autoren unter sich), Reiseberichte und der Personenkult um Totte (von dem Sänger lassen sich MP3s herunterladen) stehen hier im Mittelpunkt.

Was die Beschreibung nicht verrät: Die Macher verstehen ihre Seite als Forum für Literatur und andere Kunstformen. Sie suchen neue Autoren und Texte, die sich selbst als Dilettanten verstehen, oder in ihren eigenen Worten: "Uns gefällt die ursprüngliche Idee des Amateurs, die ursprünglich keine qualitative Herabsetzung bedeutet, sondern lediglich von der Liebe zu einer bestimmten Tätigkeit zeugt." In diesem Sinne sei allen Literatur-Liebhabern, schreibenden wie lesenden, das Hanebüchlein ans Herz gelegt, denn hier scheinen professionelle Amateure am Werk zu sein.

Tiefe Einblicke hinter die Kulissen des Hanebüchlein erhalten Sie in unserem ausführlichen Interview mit Christian Bartel. Hier gibt es auch endlich eine Antwort auf die Frage nach der Herkunft des Namens "Hanebüchlein".

(Jörn Pinnow)

Mai 2001

Martin von Arndt
http://www.vonarndt.de 

Martin von Arndt

Wer von einer Autoren-Homepage im WWW mehr erwartet als eine Liste der Publikationen und ein Bestellformular für Bücher, dem empfiehlt das Berliner Zimmer in diesem Monat die abwechslungsreichen Seiten des 32jährigen Schriftstellers, Musikers und Dozenten Martin von Arndt. 

Seit zwei Jahren können interessierte Leser hier in einer vielfältigen Auswahl von Lyrik, Kurzprosa, Satiren, Theaterstücken und essayistischen Texten stöbern. Unter den Satiren befinden sich beispielsweise 10 Tipps zum Thema: Wie schreibe ich "den Roman" meiner Generation? Zwar geht das Lesevergnügen hier eindeutig auf Kosten einer jungen Schweizer Autorin, die Tipps sind allerdings durchweg brauchbar, deckt sich doch z.B. die dringend angeratene Magersucht hervorragend mit dem gängigen Schönheitsideal. Tiefgründiges und Ernstes findet sich unter www.vonarndt.de genauso wie Humorvolles. So ist beispielsweise das Rauchen auf der Bücherseite unerwünscht. Einige Texte lassen sich übrigens auch augenschonend als virtuelle MP3-Lesung genießen. Wer nicht nur lesen oder hören, sondern sich selbst äußern will, klickt sich zu den kulturpolitischen Foren und Meinungsumfragen oder mischt im Gästebuch mit, wo sich nach Auskunft von Arndts "Spinner und Fußballfans austoben" und wo sich auf diese Weise "ganz neue Mutationsformen der beseelten Kommunikation" bilden. 

Einen Pluspunkt gibt es noch für die teilweise leicht selbstironischen Orientierungshilfen auf von Arndts Seiten. Ob als eigene Sitemap im Hintergrund, als Gebrauchsanweisung für die MP3-Lesungen oder in Form eines Autobahnschildes und der rhetorischen Frage "Na? Woher kamst du denn?" am Ende einer Geschichte - als Gast auf diesen Seiten fühlt man sich niemals allein gelassen. Und langweilig wird einem auch nicht. Noch ein Tipp für die Schnell- und Vielleser: wer alles gelesen hat und noch mehr will, kann sich zwei komplette Bücher kostenlos als PDF auf die Platte speichern. 

Mehr über Martin von Arndt und seine literarische Arbeit on- und offline können Sie in unserem ausführlichen Interview lesen.

(Sabrina Ortmann)

April 2001

THYLA: 
http://www.thyla.de  

Thyla

Wer kennt das nicht: Auf unzähligen selbstgebastelten Homepages ruhen mindestens ebensoviele literarische Texte - manche mehr, manche weniger interessant, fast alle ohne nennenswerte LeserInnenschaft. Wer möchte alle Texte suchen, die Spreu vom Weizen trennen, dem Ganzen eine Struktur geben? Das Projekt "THYLA" hat sich zum Ziel gesetzt, lesenswerte, aber bislang unveröffentlichte Texte von 'namenlosen' Autoren bekannt zu machen. Dabei geht es fast immer um Gedichte. Damit ist diese Seite sicherlich nicht einzigartig, warum ist sie dem Berliner Zimmer dann einen Surftipp wert?

Da ist zum einen: das Lektorat. Dies alleine garantiert zwar noch nicht Höchstleistungen hinter dem Vorlesungsverzeichnis, aber unter den zahlreichen Texten wurden erstaunlich viele ausgewählt, deren Lektüre eine Bereicherung ist. Schließlich sagen die Initiatoren von sich selbst, daß sie einen "sehr hohen Anspruch" haben - daran müssen sie sich dann auch messen lassen. Wenn der Text diese Hürde genommen hat, wird er vielleicht sogar bei einer der 'real life'-Lesungen vorgetragen, die hier angekündigt werden. Des weiteren: die Aufmachung. Ohne Werbung (ein paar "Freundschaftslinks"), ohne Blinken und Bewegung; der Text steht im Mittelpunkt. Man findet sich gut zurecht und die Seiten laden sich schnell. Offensichtlich geht es mehr um Literatur als um Technik oder Verkauf.

Was noch: das Zusatzangebot. THYLA bietet einigen Service, den man gerne nutzt. Die Themenblöcke der Texte werden von Bildern begleitet (wenn man möchte sogar mit Musik), und man kann nachlesen, was aus der einen Autorin oder dem anderen Autoren geworden ist. Wie es sich gehört: Als besonders gelungen verstandene Gedichte werden hervorgehoben. Neben einer redaktionell begleiteten Hundeseite (etwas zusammenhangslos, aber wohl ein Lieblingsthema der Macher) werden Bücher und Verlage vorgestellt, eine regelmäßig erscheinende Kolumne rundet das Bild eines "Literaturmagazins" ab.

Und schließlich: das Netzige. Unaufdringlich werden die Möglichkeiten des Internets eingesetzt, damit mehr entsteht als nur ein neuer Distributionsweg für Texte: Eine Kettengeschichte (der Prosateil der Seite) soll von den Lesern weitergeschrieben werden, es läßt sich chatten, und, eine schöne Idee, miteinander in der "Lyrikbegegnung" über zwei Gedichte pro Monat diskutieren. Ein neuer, unveröffentlichter lyrischer Text "tritt an" gegen einen anonymisierten, von einem renommierten Autoren verfaßten - mitmachen, argumentieren ist gefragt. Allgemeinere Auffassungen über Literatur finden im Forum Platz. THYLA wächst weiter. Wer also Lust hat auf im positiven Sinne unprätentiöse Literatur im Netz, kann ruhig öfter hier mal vorbeischauen.

(Unser April-Surftipp hat für Sie Jörn Pinnow aus den unendlichen Weiten des Netzes gefischt und besprochen.)

Weitere Surftipps finden Sie im Surftipp-Archiv

  

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