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DJ-Lesungen und sonstige Öffentlichkeiten...

Das Berliner Zimmer im Gespräch mit Torsten, Henrik und Johannes, Texteratur


Henrik beim "Mediensalat" (Lesung)


Berliner Zimmer: Laut Eurer Selbst-Beschreibung textet Ihr, was Köpfe und Finger hergeben und weder Kopf noch Hände kümmern sich dabei um diskursive Abhandlungen. das klingt schon mal sehr sympathisch und lässt auf Texte mit einer gewissen Frische und Bewegtheit hoffen. Bewegt ist auch der Eindruck, den man bekommt, wenn man von Euren Auftritten liest. Ihr seid offenbar recht rührig in diesen Dingen, habt einige Erfahrungen mit Lesungen und öffentlichen Auftritten. Wie läuft das bei Euch? Seid Ihr selbst sehr aktiv, kümmert Ihr Euch um Auftritte, oder sind Leute an Euch herangetreten?

Texteratur: Wir haben bislang vier Lesungen gemacht und zusätzlich an einem Poetry-Slam teilgenommen. Zwei Lesungen in Bielefeld, eine Book-Release-Party in der Universität, und bei einem Projekt der FH Grafik & Design, Mediensalat. Dazu zweimal in München - eine weitere Book-Release-Party und ein Poetry-Slam im Substanz, jeweils organisiert von unseren Verlegern, dem yedermann Verlag in München. Und dazu einmal in Detmold, in der Alten Pauline, zusammen mit Britta Hoffarth von Chronometron. Es folgt am 28. Oktober eine Lesung in der Ravensberger Spinnerei, Bielefeld, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Jugendkulturring Bielefeld. 
Du siehst also: Jede Lesung hat ihre eigene Geschichte. Mal organisieren wir so was in Eigenregie, mal tritt jemand, immer über Email, auf uns zu. Unser Lesungskonzept nennt sich DJ-Lesung. Das hat verschiedene Gründe. Zunächst mal spielt Musik in vielen Texten eine große Rolle, und unsere Texte funktionieren ähnlich wie Popsongs, weil sie Augenblicke und Stimmungen einfangen und abgeben. Andersrum ist die Musik auch wichtig für die Vermittlung dieser Stimmungen. Das haben wir uns zunutze gemacht, indem wir Texte beim Lesen mit passender Musik unterlegen. Speziell für Henriks Texte ist das atmosphärisch wichtig, weil diese z.T. auf Englisch sind. Die Musik ist eine wirkungsvolle Methode, die Texte wirken zu lassen, ohne dass dabei unbedingt jedes Wort verstanden werden muss.

Berlin oder ... Bielefeld?


Torsten

 

Berliner Zimmer: Ihr stammt aus dem Ostwestfälischen... wie sind hier die Möglichkeiten der Literaturarbeit außerhalb von Schreibtisch und Internet, also Lesungen, Slams, etc.? Hattet Ihr schon mal den Gedanken, zum Beispiel nach Berlin zu gehen, wo man als textender Nachwuchs möglicherweise deutlich größere Spielfelder hat? Oder geht Ihr lieber hin und baut selbst mit an geeigneten, öffentlichen Plattformen? 

Texteratur: Allein für das Schreiben umzuziehen ist nicht notwendig. Unser Schreiben ist durch das Netz gerade nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Vielleicht hätten wir in Berlin andere Themen, vielleicht hätten wir auch größere Chancen, aber dafür ist auch der Standesdünkel groß. Außerdem zeichnet sich unsere Website, so meinen wir, auch dadurch aus, dass sie aus der vermeintlichen Provinz kommt. Wir sind schon irgendwie Country Eggs und auch irgendwie stolz darauf. In Bielefeld selbst gibt es noch keine Netzliteraten-Szene, doch daran kann man ja was ändern. Zusammen mit Britta Hoffarths Chronometron haben wir vielleicht den ersten Schritt gemacht, andere Netzliteraten aus Bielefeld ziehen mittlerweile nach.

Die Umkehr des üblichen Weges / Zwei Jahre Hypertext zwischen zwei Buchdeckeln

Berliner Zimmer: Ist Euer Texteratur-Projekt im Netz hilfreich für Eure literarischen Wege? Konntet Ihr z.B. Kontakte knüpfen, die außervirtuell vielleicht gar nicht oder möglicherweise sehr verzögert zustande gekommen wären? 

Texteratur: Texteratur hat durch seine Internetpräsenz für alle unsere Kontakte gesorgt, für die Auftritte und auch für das Erscheinen unseres Buchs. Der yedermann-Verlag hat durch unsere Seite zuerst unsere Texte kennen gelernt und dann uns. Irgendwann bekamen wir eine ominöse Mail mit einer Anfrage, ob wir nicht ein Buch machen möchten. Ja!, dachten wir, sofort!. Dabei mussten wir uns natürlich gründlich Gedanken darüber machen, wie so etwas aussehen soll. Es konnten nicht alle im Internet veröffentlichten Texte verwendet werden und so mussten wir eine Auswahl treffen. Das Prinzip, die Texte nach Autoren aufzuteilen und unter dem gemeinsamen Namen Texteratur zu veröffentlichen, behielten wir aber bei. Für das Buch schrieben wir dann auch noch zusätzliche, exklusive Texte. Nach unzähligem Hin- und Hergeschicke von Entwürfen ging Texteratur. Anthologie in den Druck, und einige Monate später brachte uns der Postbote ein Päckchen mit unseren Büchern. Wow! Erst nach über einem Jahr gegenseitiger Kontakte, weit nach Erscheinen des Buchs trafen wir dann unsere Verleger zum ersten Mal bei unseren beiden Lesungen persönlich in München. Alles war bin dahin über Mails und Telefonate gelaufen. Strange somehow, but exciting. So entstand also das Buch zum Netz, mit 111 Texten auf 162 Seiten. Das Buch wurde im Anschluss an die Webseite veröffentlicht und ergänzte sie. Zwei Jahre Hypertext zwischen zwei Buchdeckeln. Mit diesem Prinzip kehren wir den üblichen Weg um, wonach im Web zuvor als Buch oder Zeitschrift Veröffentlichtes zweitverwertet wird.

Konstruktive Kritik... oder: Sie erzählen dir allen Scheiss

Berliner Zimmer: Erhaltet Ihr über das Netz konstruktive Kritiken, oder beschränken sich die Reaktionen auf macht-weiter-so-Gästebucheinträge?

Texteratur: Gästebücher sind ein Problem. Viele Einträge kommen nur zustande, weil jemand seine eigene Seite promoten will. Oder mit anderen Worten: Gib den Leuten die Möglichkeit, die Adresse ihrer Seite anzugeben und sie erzählen dir allen Scheiß. Manche aber geben auch Lob und Tadel ab. Konstruktiv ist die Kritik nur selten. Solche Kritik kommt eher aus etwas persönlicheren Kontakten, z.B. via Email. Oder aus den nichtvirtuellen Kontakten zu anderen Bielefelder Netzliteraten, von denen es mittlerweile eine eigene kleine Community gibt, neben chronoMEtron z. B. auch cybersamurai.

Medium Internet: Gleichzeitig denken und schreiben

Berliner Zimmer: Die Texte, die man in der Texteratur findet, sind nicht nötig an das Medium Internet gebunden. Ist das Netz für Euch also eins von mehreren Medien, über die Ihr Eure Texte an die Öffentlichkeit bringen wollt? 

Texteratur: Das Internet ist für uns das Medium, das es uns erlaubt, unsere Texte sofort zu veröffentlichen. Wir haben inhaltlich und graphisch alles selbst in der Hand. Das hat es uns erlaubt ein eigenes Profil zu entwickeln. Das Netz war und ist für uns jedoch nur der Ausgangspunkt. Aus technischer Sicht ist es natürlich richtig, dass die Texte nicht ans Netz gebunden sind, das heißt lesen kann man sie auch auf Papier. Das Besondere des Mediums Internet bzw. Computer spielt eher bei der Entstehung der Texte eine entscheidende Rolle, also beim Schreiben. Wir sind relativ schlecht im Schreiben mit Pen & Paper, keiner weiß so genau warum. Am Computer ist das anders, da kann man gleichzeitig denken und schreiben, weil es nicht schlimm ist, wenn man jeden Satz zur Hälfte noch mal löscht und neu schreibt. Beim Papier ist es dagegen eher frustrierend.

Textropolis...

 


Johannes

Berliner Zimmer: Habt Ihr darüber hinaus weitere, spezielle Ideen oder Projekte für Texte, bei denen das eben anders ist, die also speziell für die Veröffentlichung im Netz geeignet sind? 

Texteratur: Ideen haben wir viele, aber zur Zeit sind wir sehr gut mit unserem Projekt Textropolis ausgelastet. Dieses interaktive Projekt ist noch stärker als Texteratur an das Medium Internet gebunden. Wir fordern die Besucher auf, Texte zu einem Ort ihrer Wahl zu schreiben, nicht im Sinne einer Stadtbeschreibung, sondern eher zur Darstellung persönlicher Erlebnisse. Problematisch ist dabei der permanente Zeitaufwand, den solche Projekte in Anspruch nehmen. Schließlich muss man sie nicht nur basteln, sondern ständig pflegen und updaten. Solange man für so was nicht bezahlt wird, muss man sich auf ein oder zwei Ideen beschränken.

Mehr Spaß zu dritt...

Berliner Zimmer: Ihr seid ja zu dritt... wie sieht Euer Zusammenarbeiten aus? Findet Ihr es einfacher oder amüsanter, im Terzett zu agieren? 

Texteratur: Wir machen Texteratur zu dritt, weil wir schon sehr lange befreundet sind und zusammen die Idee gehabt haben, ein solches Projekt in die Welt zu setzen. Wir haben uns gegenseitig angestachelt, und so standen nach wenigen Monaten bereits sehr viele Texte im Netz. Unsere Zusammenarbeit macht es möglich, Texteratur immer wieder zu verbessern. Und außerdem ist es, so glauben wir, spannender und interessanter eine Seite zu besuchen, die nicht nur eine, sondern mehrere Meinungen wiedergibt. Für die Auftritte ist unser Bandcharakter besonders gut. Wir treten unter dem Namen Texteratur auf. Jeder hat seinen eigenen Teil im Programm, aber alles steht unter einem Namen. Corporate Identity sozusagen. Da wir alle drei inzwischen einen eigenen Stil entwickelt haben, glauben wir, dass bei Auftritten für die Zuschauer für viel Abwechslung gesorgt ist.

Die Zukunft / nächste DJ-Lesung im Oktober

Berliner Zimmer: Habt Ihr aktuelle Zukunftspläne? Steht in nächster Zukunft eine Lesung an oder ein Auftritt?

Texteratur: Erstens, wir werden unser Textropolis-Projekt weiter ausbauen. Zweitens, wir wollen mehr Auftritte organisieren und so unser Buch weiter promoten. Drittens, vielleicht veröffentlichen wir ein weiteres Texteratur-Buch. Wie gesagt, der nächste Termin ist am 26. Oktober 2001, eine DJ Lesung Texteratur, Ravensberger Spinnerei, Bielefeld.

Berliner Zimmer: Danke für das Interview.

 


Dieses Interview führte Mone Hartmann im Juni 2001. 

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