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Eine Leserzeitung im Internet möchte die Zeitungslandschaft bereichern - und denkt dabei in erster Linie an die Leser.

Von Sabrina Ortmann

Leserzeitung

Sie wollen alle deutschen Politiker einsperren. Sie berichten über Frauen, die Orgasmen auf Knopfdruck bekommen und ihre Männer verkaufen. Sie enthüllen Sicherheitslücken in Windows, kommentieren das politische Geschehen und gehen der Frage nach, wer zum Zeitpunkt der CDU-Spendenaffäre eigentlich Kanzler war: «Kohl war zum Zeitpunkt der Annahme der Millionenspenden ausschließlich CDU-Chef, folglich kann er höchstens seine eigene Partei geschädigt haben. Der Kanzler des Landes hieß damals wahrscheinlich King Kong ...»

Leserbriefschreiber und Idealisten

Sie sind Zeitungsleser, Leserbriefschreiber und Idealisten. Die lesergestützte Publikation Leserzeitung.de will ihnen ein offenes Forum bieten. Seit dem 15. August laden die Berliner Burkhard Gräf und Bernd Findeis, ein Betriebs- und ein PR-Berater, «Otto-Normalverbraucher» dazu ein, selbst die Rolle von Autoren, Reportern und Kommentatoren zu übernehmen. Zehn Tage nach dem Start sind die ersten Artikel von zur Zeit 17 schreibenden Lesern im Netz, bisher hauptsächlich Bekannte der Herausgeber. Angesprochen ist jeder, der etwas zu sagen hat. Die Leser der Leserzeitung werden die schreibenden Leser selbst sein, vermutet Burkhard Gräf.

«Es wird nur noch getalkt»

Bernd Findeis und Burkhard Gräf
Bernd Findeis und Burkhard Gräf, 
die Herausgeber der Leserzeitung
Foto: Sabina Ortmann
Das Internet ist bereits gut bestückt mit offenen Foren, in denen User für User schreiben. Die Macher der Leserzeitung haben jedoch ein ganz bestimmtes Anliegen: die offene Diskussion der Zeitungsleser über die Themen, die in den Zeitungen stehen.

Die anderen Leser der entsprechenden Zeitung werden diese Leserbriefe dann allerdings nicht erreichen. «Die Idee ist im letzten Herbst aus einem Unwohlsein entstanden», sagt Gräf der Netzeitung. Die ständig wachsende Informationsflut würde Zeitungsleser und Fernsehzuschauer überfordern. Niemand habe mehr die Zeit, sich mit den Themen wirklich auseinander zu setzen. «Heute wird ja gar nicht mehr diskutiert. Es wird nur noch getalkt», findet der 49-jährige Betriebswirt.

Enttäuschte Leserbriefschreiber

Eine weiterer Anlass für die Gründung einer Leserzeitung war der persönliche Ärger der Herausgeber über abgelehnte oder stark gekürzte eigene Leserbriefe. «Wir haben nichts gegen die Zeitungen», betont Burkhard Gräf. Aber die Leserbriefseiten haben ihn enttäuscht. Was nicht ins Konzept passe, werde entweder gar nicht gedruckt oder stark gekürzt und dadurch verfälscht. «Bei uns sind die Leser nicht auf die Gnade angewiesen, abgedruckt zu werden», behauptet Bernd Findeis.

Kritik an den Medien

Inhaltlich soll die Leserzeitung möglichst für alle Themen offen sein, so dass im Idealfall jeden Tag eine andere Meinung im Blatt steht. Auch Journalisten dürften dann endlich das schreiben, was sie wirklich denken, sagt Bernd Findeis, der in der DDR selbst als Journalist gearbeitet hat - und in seiner Kritik der deutschen Medienlandschaft nicht zimperlich ist: «Die inhaltliche Zensur in den Zeitungen, die aus Rücksicht auf die Anzeigenkunden stattfindet, erinnert mich sehr an die DDR.»

Entscheidung aus dem Bauch heraus

Auch redigieren möchten die Herausgeber so wenig wie möglich. «Das überlassen wir den großen Zeitungen», erklärt Findeis. Trotzdem sollen die Beiträge leserlich und verständlich sein und möglichst der Wahrheit entsprechen. «Natürlich sind wir nicht dagegen gefeit, dass auch Lügen oder unwahre Dinge veröffentlicht werden», meint Burkhard Gräf.

Aber alles werde auch die Leserzeitung nicht publizieren. Jedenfalls nichts, was «ganz offensichtlich falsch ist». Und auch Beiträge mit bestimmten Inhalten sind von einer Veröffentlichung ausgeschlossen: «nationalistische, faschistische, gewaltverherrlichende und rassistische Propaganda», «Minderheiten diskriminierende Texte» sowie «sexistische und pädophile Aussagen». Im Zweifelsfall wollen die beiden Leserzeitungsmacher «aus dem Bauch heraus» entscheiden, was sie nicht abdrucken, sagt Gräf.

Die Frage nach der Identität

Um sich abzusichern, verlangen Gräf und Findeis von ihren Autoren bei der Registrierung per Post oder per Email Auskunft über Namen und Adresse. Die Identität von Internetnutzern ist allerdings schwer festzustellen.

Und es bleibt abzuwarten, ob die Herausgeber zu zweit einer möglichen Flut von Einsendungen und der Überprüfung ihrer Urheber gewachsen sind. Ein Redaktionssystem haben sie bisher nicht, die Beiträge fügen sie manuell in das Angebot ein.

«Feierabend-Projekt»

Unter dem Namen »Plastic.com« startete Anfang dieses Jahres ein Projekt mit einer ähnlichen Idee in den USA. Bekannte und unbekannte Autoren können hier kurze Beiträge einstellen, die über Links zu tiefergehenden Angeboten im WWW führen. 19.611 Schreiber haben hier bereits 20.477 Artikel eingereicht.

Plastic.com verfügt allerdings über zwei Dinge, die der Leserzeitung bisher fehlen: Zum einen ermöglicht Kommentarsystem bei Plastic.com interaktive Diskussionen über jeden einzelnen Beitrag. Und darüber hinaus startete Plastic.com mit zehn Millionen Mark Risikokapital von Terra Lycos USA und der Condé-Nast-Tochter Advance.net.

Die Leserzeitung dagegen ist bislang ein «Feierabend-Projekt» ohne jedes Finanzierungskonzept.

Urheberrechtlicher Hinweis: Copyright Sabrina Ortmann 2001. Jegliche Veröffentlichung - komplett oder auszugsweise - ist honorarpflichtig und bedarf der ausdrücklichen Genehmigung.

  


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